Ganz schön satt.

Es gab Tage und Artikel, da war ich voll und ganz Ihrer Meinung und freute mich sogar auf Vorträge von Ihnen, lieber Herr Biermann. Aber das, was Sie hier los(ge-)lassen (haben), ist echt unglaublich und an Überheblichkeit eines sich seiner Position sicher seienden Journalisten nicht mehr zu überbieten.
Schade, schade: Aber ich denke, Ihnen macht der Job mit alle den Annehmlichkeiten in ihrem Status keinen Spaß mehr. Zu viel Schnittchen der unzähligen Caterer, zu viel Proseco auf Diät Basis oder alkoholfreies Bier machen satt – von den hübschen Hostessen ganz zu schweigen. Manchen ist das zu viel.
Was kann der gemeine Düsseldorfer dafür, dass die Pillendreher-Elf es einfach nicht schafft, Stimmung in die Bude zu bekommen. Das haben sie kaum in ihrer Umbau-Arena mit nur 22.500 Plätzen geschafft, dass es da mal richtig kracht. Ökologisch wertvoll, wie das Heizen in den Nachthimmel der Leverkusener Arena, ist ihr Text leider nicht. Schade ums Papier, die Daten, die dort dargestellt werden.
Über 80 Jahre steht an dieser Stelle schon ein Stadion in beschaulichen Düsseldorf. Muss von Tradition zeugen, dass nach der Eröffnung 1925 und der Wieder-Eröffnung zur WM 1974 an gleicher Stelle auch 2005 wieder Fußball und anderes zu sehen ist. Der ordentlich Stadiongänger bedient sich immer noch der Treppen, die ihn zu seinem Platz führen. Und ja, auch ich nahm schon den Fahrstuhl, der aber krächzt und ächzt nicht. Mal daran gedacht, dass auch andere Menschen ohne gesunde Beine auf die richtige ebene transportiert werden? Selbst die ungeliebten VIPs gehen auf ihren Platz – zu Fuß.
Wäre sie in der alten Schüssel eingelaufen, hätte Sie sicher wohler gefühlt – ist ja wie im dicken B – nass, kalt, zugig und trotz toller Spiele/r nie ausverkauft oder eher hofiertwerden im Stimmungskiller in Münchens Norden – mit allen Stars und Sternchen? Hat Ihre Apathie gegen eines der akustisch besten Multifunktions-Arnen Europas etwa etwas mit ihrem Wohnort zu tun, dass sie sich in der Landeshauptstadt nicht wohlfühlen? Bei einem Konzert der Toten Hosen oder bei Madonna hätten sie sicherlich gejubelt.  Naja, egal. Vielleicht sind Sie auch nur mit dem falschen Fuß aufgestanden –  kann ja sein. Ich jeden Fals mag das Stadion, auch nach anfänglicher Skepsis. Der Düsseldorfer ansich ist ja weltoffen und tolerant: Lässt Bochum ihre Hymne mit Herrn Grönemeyer zur Eröffnung singen oder gibt verwaisten Bundelsigisten einen Ersatzheimat.
Freuen wir uns in der Dritten Liga über den größten Zuschauerschnitt  und hoffen, dass es Fortuna in Liga zwei schafft, sich auch andere BuLi-Klubs und Fußball-Fans ein Bild machen können  und die F95-Anhängerschaft in der Fremde den Schnitt hebt. Da erlebt der gemeine Fan schon Stadien des Grauens. Aber das ist ein anderes Thema.

Mit freundlichen Grüßen.

Ein Kommentar

  1. Leider wurd auch eine entschärfte Version dieses Bewtrages nicht in der Kommentar-Leiste bei taz.de aufgelistet. Dafür freu ick mir, dass zumindest Julien (http://www.julienrenard.blogspot.com/ )es geschafft hat und eine anständige Meinung (mit) vertreten hat.

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